Die Geschichte des Frühjahrturniers
Als sich der Vorstand des Tennisclubs Mollis im Jahre 1996 entschloss, ein überregionales
Tennisturnier pünktlich zum Saisonstart durchzuführen, konnte dessen
Ausmass noch nicht vorausgesehen werden: Was als Turnier im kleinen Rahmen in
den Anfangsjahren Fuss gefasst hatte, hat sich mittlerweile zu einem Turnier
entwickelt, welches nicht mehr aus den Kalendern der Interclub-Spieler wegzudenken
ist: Alljährlich im April ist der TC Mollis Gastgeber der nationalen Tennisszene
mit zahlreichen Top-Spielern, welche den Weg aus der ganzen Schweiz und dem
nahen Ausland ins beschauliche Glarnerland finden.
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Die Idee, ein Turnier zur optimalen Vorbereitung auf die
Tennissaison auf die Beine zu stellen, fand grosses Interesse bei Tennisspielern,
Sympathisanten und vor allem auch Sponsoren. So konnte bereits frühzeitig
der in Glarus tätige Hefti Sport als Haupt- und Namenssponsor des
Turniers gefunden werden. Diese treue Partnerschaft dauerte insgesamt
zehn Jahre lang und endete mit der Jubiläumsausgabe 2006. |
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Als 1997 die erste Austragung auf den Plätzen des TC
Mollis stattfand, hatten sich zahlreiche Interclubspieler aus dem Kanton Glarus,
aber auch aus der näheren Region angemeldet. Fast alle Interclub Mannschaften
des Tennisclubs Mollis waren Ende April im Einsatz: So putzten die Junioren
nach den Spielen jeweils die Plätze, während sich die Frauenmannschaften
um das leibliche Wohl der Teilnehmer und Gäste kümmerten. Das Turnier
wurde ein Erfolg, so dass sich die Turnierleitung, bestehend aus Erich Fischli,
Roland Albrecht, Marc Fischli und Walter Iten sen. entschied, Fortsetzungsturniere
zu organisieren. Während man bei der ersten Austragung das ganze Wochenende
auf den Plätzen des TC Mollis gespielt werden konnte, musste man ein Jahr
darauf - wetterbedingt - zum Teil in die Tennishallen Niederurnen und Schänis
ausweichen. Bis ins Jahr 2001 schrieb man sowohl für Damen als auch Herren
Tableaux aus. Während das Teilnehmerfeld bei den Herren - egal ob Jungsenioren
oder Aktiven - konstant blieb oder sich sogar vergrösserte, stagnierte
die Teilnehmerzahl der Damentableaus im Laufe der Zeit. Man entschied sich schliesslich,
den Hefti Sport-Cup zunehmend auf die Herrenkategorien auszurichten.
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So brachten
einige Teilnehmer der obersten Herrenkategorie das Organisationskomitee
auf die Idee, das Turnier um eine Kategorie aufzustocken und somit zum
ersten Mal Tennisspieler mit N-Klassierung am Hefti Sport-Cup zuzulassen,
zumal ideale Vorbereitungsturniere nicht nur in den unteren Ligen interessant
seien. Dies war die Geburtsstunde der Königskategorie, welche zunächst
für N4-klassierte Spieler, ab dem Jahr 2004 auch für die besten
30 Spieler der Schweiz (N3) freigegeben wurde. Ein Angebot, welches von
zahlreichen Teilnehmern fortan genutzt wurde. |
Bereits bei der ersten Durchrühfung dieser Kategorie
meldeten sich verschiedene hochklassierte Teilnehmer an - teilweise aus allen
Ecken der Schweiz. So fand sogar ein Spieler aus Mailand mehrmals den Weg über
den San Bernardino ins beschauliche Glarnerland.
Den Sieg in
der ersten Durchführung gewann der gebürtige Tscheche Jiri Lokaj,
nachdem die zahlreichen Besucher im Wydeli zum Teil magische Tennismomente
erleben durften. Durch die vielen neuen Teilnehmer nahm so die bereits
vorher grosse Besucherschaft noch einmal ein neues Ausmass an.
Lokaj gewann schliesslich auch im Jahr 2005. Im Jahr 2006 feierte der
Hefti Sport-Cup sein Jubiläum mit der zehnten Auflage. In der "Königsklasse"
machte Lokaj mit seinem dritten Triumph (allerdings mit ein wenig Losglück)
gegen den Zürcher Patrick Schnidrig den Hattrick perfekt. |
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Nach der Jubiläumsausgabe entschloss sich Erich Fischli,
als Turnierleiter zurückzutreten, nachdem Roland Albrecht und Marc Fischli
bereits einige Jahr zuvor aus dem Organisationskomitee ausgeschieden waren. Ende
Juli 2006 wurde durch die Medien bekannt, dass der langjährige Haupt- und Namenssponsor
des Hefti Sport-Cups, Hefti Sport in Mode Glarus, mitte Februar 2007 von der Ochsner/Dosenbach
Gruppe übernommen wird. Dies hatte auch unmittelbare Folgen auf das Turnier, verlor
es doch nach zehnjähriger Partnerschaft seinen Hauptsponsor. Somit geht das Jahr
2006 wohl als Jahr der Veränderungen in die Geschichte des Frühjahresturniers
ein.
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So begann für das Organisationskomitee, welches in Andreas Neumann
einen Nachfolger für Erich Fischli als Turnierleiter (und später
auch Präsident) gefunden hatte, die Suche nach einem neuen Haupt-
und Namenssponsor, welcher bereit war, in die Fussstapfen von Ruth und
Hans Hefti zu treten. Bald konnte mit dem Hefti Sport Nachfolger Ochsner
Sport ein starker und zuverlässiger Partner für die kommenden
Austragungen gewonnen werden.
Das Organisationskomitee um den neuen Turnierleiter
Andreas Neumann freute sich, im letzten Wochenende des April 2007 die
elfte Ausgabe des Frühjahrturniers präsentieren zu können:
Das OCHSNER SPORT TENNIS OPEN. Wiederum hatten sich
über 40 Teilnehmer in die vier Tableaux eingeschrieben, 18 davon
ausschliesslich in der Königskategorie MS N3/R2.
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Diese wurde angeführt vom Tschechen Pavel Daron, der
Nummer 67 in der Schweiz, seines Zeichens langjähriger Sparringspartner
von Tennis-Weltstar Martina Hingis sowie dem Zürcher Patrick Schnidrig
(N3 68), welcher bereits im Jahr 2006 im Final des Hefti Sport-Cups gestanden
hatte. Der langjährige Thronhalter Jiri Lokaj war in diesem Jahr aus Klassierungsgründen
nicht spielberechtigt. Es war zwar kein Zufall, dass die beiden Hauptprotagonisten
in den Final gestossen waren, doch für beide war der Weg durch das breite
Tableau ziemlich steinig gewesen. So musste Schnidrig im Halbfinal gegen Constantin
Sturdza, einem Spross aus dem Sturdza-Tennisclan, drei Sätze lang bangen,
ehe er das Spiel für sich entscheiden konnte. Nach seinem verlorenen Endspiel
im Jahr 2006 konnte er schliesslich auch den Final gegen Daron mit 6:3/6:3 gewinnen
und wurde somit zweiter König von Mollis.
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Nach dem grossen
Erfolg des Opens 2007, der äusserst positiven Resonanz der Medien
und der Zuschauer sowie dem hervorragenden Feedback zahlreicher Tennisspieler
entschloss man sich, für die zweite Austragung einen weiteren Schritt
zu wagen: Die Einführung der N2-Kategorie. Dank grosszügigen
Sponsoren gelang es, die dadurch verursachten Mehrausgaben mehr als nur
zu decken. Nationales Spitzentennis durfte im Wydeli erwartet werden.
So fand Ende April 2008 der Einzug von Tennisspielern ab der nationalen
Nummer 11 der Schweiz ins Glarnerland statt: Fünfzig Spieler, davon
alleine 30 in der obersten Kategorie, aus der Schweiz und dem Ausland
hatten sich gemeldet, um die begehrte Königskrone von Mollis zu erlangen.
Zu den Favoriten gehörte nebst dem an Nummer 2 gesetzten Lokaj (N2
26) auch der zwanzigjährige Raphael Lustenberger aus Ebikon (LU),
welcher als Nummer 23 der Schweiz an Nummer 1 gesetzt ins Molliser Tennisfest
starten konnte. Nicht nur sie, sondern die ganze Königsklasse bot
den zahlreichen Zuschauern Tennis vom Feinsten, welches man bisher nur
aus dem Fernsehen her kannte. |
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Sämtliche Favoriten wurden ihrem Ruf schliesslich gerecht, sodass sich im Final zwei Spieler der absoluten
Spitzenklasse gegenüberstanden: Auf der einen Seite der ehemalige Seriensieger und Routinier Jiri Lokaj, auf der anderen
Seite der topgesetzte Raphael Lustenberger, welcher das Turnier nach Belieben dominierte und auch gegen Lokaj klarer Favorit war. Lokaj, welcher bereits im Halbfinal einen veritablen Dreisatzkrimi für sich entschieden hatte, zollte seinen Mühen zunehmend Tribut, sodass der Innerschweizer Lustenberger das Spiel mit 6:1/4:1 w.o. für sich entscheiden konnte. Raphael Lustenberger krönter sich somit mit einer imposanten Leistung gleich selbst zum neuen König von Mollis.
Die Austragung 2008 sollte schliesslich Jiri Lokaj's letzter bedeutsamer Auftritt im Wydeli werden: Nach drei Turniersiegen in den Jahren 2004-2006 sowie dem klassierungsbedingten Fehlen am Tennis Open 2007 ging er im Jahr 2009 nochmals als Mitfavorit an den Start, schied jedoch in seinem ersten Spiel gegen den damals 15-jährigen Federico Valsiangiacomosang- und klanglos aus dem Molliser Turnier aus.
Lokaj hatte jedoch nicht nur mit dem sich verändernden Tennissport zu kämpfen, sondern wurde auch Opfer des Erfolges, welcher dem Tennis Open mit seiner qualitativ und quantitativ stark gewachsenenen Königsklasse in den Jahren davor widerfahren war. So trat der sympathische Tscheche in der Rekordaustragung 2010 mit 36 Teilnehmern, darunter sieben N2-, vier N3- sowie neun N4-Cracks nicht mehr an. Jiri Lokaj ist mit drei Finalsiegen sowie einer Finalteilnahme die unangefochtene Nummer 1 in der Molliser Hall of Fame.
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Angesichts der besten Erinnerungen an das Tennis Open 2008 entschied man sich, durch die Erweiterung des obersten Tableaus auf N2/R2 eine weitere Expansion zu wagen. Mit dem Beschluss, durch die Beibehaltung der anderen Tableaux den Molliser Traditionen zu entsprechen, wurde schnell klar, dass die Kapazitäten im Wydeli Mollis fortan wahrscheinlich nicht mehr ausreichen würden. So begab sich die Turnierleitung auf die Suche nach einem zweiten Standbein. Dieses konnte mit dem Glarner TC und seinen drei Plätzen in Ennenda rasch gefunden werden, sodass das Tennis Open nun auf sieben Plätzen und kantonal durchgeführt werden konnte - ein weiteres Highlight in der langjährigen Erfolgsgeschichte! Die Erwartungen der Turnierleitung wurden
übertroffen, zumal sich für das Ochsner Sport Tennis Open 2009 nicht weniger als siebzig Spieler, davon 32 in der obersten, neuen Kategorie N2/R2 angemeldet hatten.
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Nebst Raphael Lustenberger, welcher mittlerweile die Nummer 17 der Schweiz war, durfte man den argentinischen Profi Leonel Alberti (N2 20), Riad Sawas (N2 23) sowie den 19-jährigen und bereits an N2 klassierten Luca Roshardt begrüssen. Dazu kamen weitere N-Spieler von nationalen Format, des
Weiteren zahlreiche Nachwuchstalente. Auch drei einheimsiche Tenniscracks
versuchten, den Königstitel von Mollis zu ergattern.
Überraschungsmann des Turniers wurde jedoch der Tscheche Robin Stork (N3 45), welcher ein Auslandsemester an der Universität Luzern absolvierte und daher über eine eingestufte Klassierung verfügte. Der Reihe nach entledigte sich dieser in der unteren Tableauhälfte seiner Kontrahenten (darunter auch Roshardt und Alberti) und traf im Endspiel auf den Titelverteidiger des Opens, Raphael Lustenberger.
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Lustenberger war als Turniernummer 1 in die Königsklasse gestartet und hatte im Halbfinal den Thuner Janusch Graf (N3 42) unter den Augen zahlreicher Ehrengäste, darunter der Glarner Regierungsrat Dr. Andrea Bettiga sowie der damalige Präsident des Interclub-Herren-Schweizermeisters TC Ried Wollerau, Herr Hans Peter Guler, in einem hochkarätigen Halbfinal ausgeschaltet.
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Verlief das Endspiel des vergangenen
Jahres einseitig und endete abrupt, gestaltete sich die Ausgangslage
vor der Finalauflage 2009 ausgeglichen: Beide Endspielteilnehmer waren in ihren jeweiligen Partien souverän weitergekommen, zudem konnte man die wirkliche Spielstärke von Robin Stork nur erahnen.
Das anfängliche Abtasten
der beiden Protagonisten wich jedoch relativ rasch in einem offenen Schlagabtausch mit teilweise
für unmöglich gehaltenen Ballwechseln, welche die Zuschauer
auf den immer noch gefüllten Tribünenplätzen ins Staunen
brachten. Dabei waren die beiden Kontrahenten nur schon von ihrer Physis grundverschieden: Auf der einen Seite der Tscheche Stork, der seine imposante Körpergrösse ausspielte. Auf der anderen Seite Raphael Lustenberger, welcher die Bälle mit seiner hervorragenden Kondition erlief und mit einer unglaublichen Kraft an den Absender zurückschmetterte. |
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Bald war klar, dass Robin Stork mit seinem Finaleinzug zwar ein
Überraschungscoup gelungen, doch damit das Ende der Fahnenstange erreicht war: Lustenberger
diktierte das Spiel, gewann den ersten Satz sicher mit 6:2 und
hielt dem Aufbäumen des Tschechen anfangs des zweiten Satzes stand.
Raphael
Lustenberger gewann auch den zweiten Satz mit 6:3 und verteidigte damit
erfolgreich seinen Titel und seine Königskrone von Mollis. Es schien, dass Jiri Lokaj's Rekord bald egalisiert werden würde...
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Dass sich das Organisationskomitee die Messlatte, an welcher die kommenden Turniere gemessen würde, mit der rekordverdächtigen Austragung im Jahr 2009 gleich selbst gesetzt hatte, war von Anfang an klar. Dennoch hoffte man, mit dem Ochsner Sport Tennis Open 0210 - die üblichen Unkonstanten wie Wetter vorbehalten - den Erfolg des Vorjahres einigermassen wiederholen zu können. Dies sollte auch gelingen: Mit 76 Teilnehmern, davon 36 in der obersten Kategorie N2/R2, hatte sich das breiteste Teilnehmerfeld gemeldet, welches jemals den Weg ins Glarnerland gefunden hatte.
Doch nicht nur das: Das Ochsner Sport Tennis Open 2010 war an seinem Wochenende das grösste Turnier in der gesamter Schweiz! Ein Wehrmutstropfen war indes vorhanden: Die Absenz von Titelverteidiger Raphael Lustenberger, welcher in diesem Jahr als Profi agierte und an diesem Wochenende an einem Future-Turnier in Grossbritannien weilte.
Dafür fand mit dem Österreicher Thomas Schiessling ein Tennisprofi, der bereits an Weltnummer 238 rangiert war und gegen zahlreiche ATP-Topcracks wie den Russen Marat Safin gewonnen hatte, den Weg ins Glarnerland. Dass Schiessling dennoch nicht der unbestrittene Topfavorit auf den Königstitel war, lag daran, dass das Teilnehmerfeld mit sechs weiteren N2-Cracks, vier N3- sowie acht N4-Spielern bestückt war. Darunter fanden sich alte Bekannte wie der Stadtzürcher Luca Roshardt (N2 24), aber auch Neulinge wie der Basler Stefan Kilchhofer (N2 27) oder Patrick Eichenberger (N2 18) aus Wetzikon. Mit Walter Iten jun. war zudem zum ersten Mal seit Bestehen des Mollis Frühjahresturniers ein Eigengewächs in der obersten Kategorie am Start.
So begann die Königskategorie N2/R2 bereits am Freitagabend ihren Spielbetrieb. |
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Sämtliche Favoriten gaben sich am Samstag keine Blösse, während sich der Landquarter Amar Zubcevic (N3 31) herauskristallierte, nachdem er den ehemaligen N2-Spieler und Stammgast im Glarnerland, Janusch Graf aus Thun, in einem packenden Dreisatzkrimi mit in einem packenden Dreisatzkampf mit 7:5, 4:6, 6:4 aus dem Turnier geworfen hatte. Vor vollen Rängen im Wydeli lieferten sich die beiden Tenniscracks am späten Samstagnachmittag ein Duell, welches in die Annalen des Tennis Opens eingehen wird.
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Am Sonntagmorgen konzentrierte sich der gesamte Turniertross nach Mollis, nachdem tags zuvor auf sämtlichen sieben Plätzen in Mollis und Ennenda rund um die Uhr Tennis vom Feinsten geboten worden war.
So war bereits um 09 Uhr in der Frühe High-noon, zumal die Viertelfinals der Königsklasse von sieben N2-Spielern sowie mit Zubcevic, dem letzten verbliebenen Spieler mit N3-Klassierung, ausgetragen wurden. Dort sorgte dieser für die erste faustdicke Überraschung, indem er die Nummer 2 des Turniers, Patrick Eichenberger, in drei Sätzen niederrang und zahlreiche N2-Spieler hinter sich liess: Den Traum vom Sieg ausgeträumt hatten neben Eichenberger auch der Deutsche Mario Eckardt (N2 20, 2:6/4:6 gegen Kilchhofer), Slobodan Mavrenski (N2 27, 4:6/2:6 gegen Roshardt) sowie Riad Sawas (N2 27), welcher auf dem Centre Court gegen Thomas Schiessling mit 4:6 und 1:6 unterlegen war. So hiess es in den Viertelfinals Abschied nehmen von zahlreichen Spielern, welche man beim Kampf um den Sieg durchaus auf der Rechnung haben konnte. |
Zubcevic' Viertelfinalssieg sollte indes nicht die einzige Überraschung des Turniers bleiben. Der unscheinbare Basler Stefan Kilchhofer eliminierte Topfavorit Thomas Schiessling in den Halbfinals glatt mit 6:3 und 6:3 und stand als erster Finalteilnehmer fest. Im zweiten Halbfinal musste Amar Zubcevic gegen Luca Roshardt seinen Mühen zunehmend Tribut zollen: Im fehlte gegen Luca Roshardt die Frische und unterlag dem Stadtzürcher mit 6:7 und 2:6. So standen sich am Turnier, das durch die Absenz von Titelverteidiger Raphael Lustenberger keinen klaren Favoriten gekannt hatte, am Ende doch zwei Kontrahenten gegenüer, denen eine Teilnahme am Endspiel insgeheim zugetraut werden konnte.
Im Final der Königsklasse, der vor ausverkaufter Tribüne und unter den Augen zahlreicher Ehrengäste stattfand, wurde noch einmal Tennis vom Feinsten geboten, zumal beiden Spielern die vier Partien, die sie an diesem Wochenende bereits in den Knochen hatten, kaum anzumerken waren. Das hervorragende Wetter trug das Seinige dazu bei, dass die Stimmung auf und neben dem Platz perfekt war.
Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts. Vor allem Roshardt, welcher seit seiner Kindheit alljährlich am Mollis Frühjahresturnier teilgenommen hat, war bestrebt, endlich den ersten Vollerfolg zu landen. Sein Gegenüber, Stefan Kilchhofer, war nicht minder souverän in den Final eingezogen. Es passte zum Verlauf des Turniers, dass sich der Kampf über drei Sätze hinzog. Stefan Kilchhofer behielt das glücklichere Ende für sich und setzte sich mit 6:4, 1:6 und 6:4 durch. Das Glarnerland blickt auf ein Turnier zurück, welches es in dieser Form
noch nie gegeben hat: Begleitet durch einen grossen Zuschauerauflauf wurde das
Ochsner Sport Tennis Open 2010 dank Rekordtableaux und Petrus‘ erneutem Wohlwollen zum grössten Erfolg in der Turniergeschichte.
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Nachdem die Austragung 2010 mit knapp achtzig Teilnehmern (davon alleine vierzig Spieler in der Königskategorie) aus allen Nähten platzte, hatte sich die Turnierleitung entschlossen, für die diesjährige Austragung das Teilnehmerfeld der obersten Kategorie auf ein 1/32-Tableau zu begrenzen und den topgesetzten Spielern möglichst ein Freilos für die erste Runde zu gewähren. Diese Massnahme erwies sich im Nachhinein als goldrichtig: Einerseits war das Tableau qualitativ und quantitativ gut besetzt, andererseits liess der Spielplan genügend Raum, um allfällige Wetterunterbrüche gut zu verkraften.
Die anderen Tableaux wiesen im Vergleich zum Vorjahr stabile Teilnehmerzahlen auf, sodass der Tennisclub Mollis stolzer Gastgeber von 65 Teilnehmern war. Grosse Abwesende waren die ehemaligen Könige von Mollis, Raphael Lustenberger sowie der Titelverteidiger, Stefan Kilchhofer, welche am gleichen Wochenende im Ausland im Einsatz waren.
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Als Topfavorit in der Königskategorie galt der Zürcher Robin Roshardt N2 (12), welcher nach langjähriger N1-Zugehörigkeit und dem Gewinn des Orange Bowls, der inoffiziellen Juniorenweltmeisterschaft im Jahr 2005 lange als designierter Nachfolger Roger Federers gegolten hatte. Die grösste Herausforderung stellte auf dem Papier ausgerechnet Robin's jüngerer Bruder Luca dar, welcher an N2 (16) klassiert war und bereits im Vorjahr im Final des Tennis Opens gestanden hatte.
Nebst den Gebrüdern Roshardt kämpften nicht weniger als zehn weitere N-Spieler um den verwaisten Molliser Königsthron. Darunter fanden sich illustre Namen wie derjenige des Thuners Janusch Graf, Amar Zubcevic aus Landquart oder dem Seeländer Sandro Salvi, oder aber Newcomer wie der an N3 (45) klassierte Dominik Egolf oder Marc Schärer (N3 61), welche zum ersten Mal am Glarner Traditionsturnier teilnahmen und nach der langen Winterzeit entsprechend schwer einzuschätzen waren. |
Für die erste Überraschung des Turniers sorgten der Walliser Philipp Kahoun (N3 46), welcher den hoch favorisierten Luca Roshardt am späten Samstagabend mit 6:1/4:6/7:6 niederringen konnte sowie der an R1-klassierte Jérôme Benoit, welcher nacheinander die an N3-klassierten Amar Zubcevic und Luca Barlocchi, der nach fünfjähriger Pause wieder den Weg ins Glarnerland gefunden hatte, aus dem Turnier warf. Das Halbfinal sollte jedoch Endstation sein, zumal er auf den ersten Anwärter auf den verwaisten Mollis Königsthron, Robin Roshardt, traf. Die Ausgangslage des zweiten Halbfinals zwischen Janusch Graf und Philipp Kahoun war sehr ausgeglichen. Beide Spieler an N3-klassiert, konnte im Vorfeld der Partie kein eindeutiger Favorit genannt werden, zu souverän absolvierten Kahoun und Graf ihre Partien.
Dennoch zeichnete sich rasch ab, dass Janusch Graf scharf darauf war, bei seiner vierten Teilnahme am Tennis Open seine bisherigen Ergebnisse zu übertreffen. Graf stand bislang zweimal im Halbfinal und einmal im Viertelfinal. Er trat derart dominant auf, dass er Kahoun, welcher Luca Roshardt aus dem Tableau geworfen hatte, nach allen Regeln der Kunst auseinandernahm und mit 6:3/6:3 klar den Final erreichen konnte.
Im Final zog
Roshardt im ersten Satz rasch davon und verbuchte diesen mit 6:3 für sich. Dann wendete sich sich das Blatt: Graf spielte auf konstant hohem Niveau, während Roshardt zunehmend unnötige Fehler unterliefen. Die Sensation lag in der Luft, ehe sich Robin Roshardt nochmals aufraffen konnte und sich der sicher scheinenden Niederlag zu wehren begann. Dieser Widerstand war indes zu spät: Janusch Graf brachte sein letztes Game nach Hause und wurde verdient neuer König von Mollis.
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Es passte zum Verlauf des Turniers, dass nicht der hoch favorisierte Robin Roshardt, langjährig an N1 (7) klassiert sowie amtierender Schweizermeister mit seiner Interclub-Mannschaft aus Wollerau, die Königskategorie für sich entscheiden konnte, sondern der Thuner Janusch Graf, welcher nicht nur durch seine lockere Art, sondern vor allem auch mit seinem Powertennis die Herzen der Zuschauer (einmal mehr) eroberte.
Nicht nur in der Königskategorie, sondern in sämtlichen Tableaux war die Glarner Beteiligung erfreulich und zeigt, wie beliebt das Tennis Open auch bei den hiesigen Tennisspielern ist. Dies ist für die Turnierleitung äusserst wichtig, da man sich nicht ausschliesslich auf die Königskategorie konzentrieren möchte, sondern auch weiterhin Gastgeber für jeden interessierten und aktiven Tennisspieler sein will.
Sieger der Königsklasse
Janusch Graf
2011
Stefan Kilchhofer
2010
Raphael Lustenberger
2009
Raphael Lustenberger
2008
Patrick Schnidrig
2007
Jiri Lokaj
2006
Jiri Lokaj
2005
Jiri Lokaj
2004
Massimiliano Dotti
2003
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